Unterrichtsplanung

Beachtung der Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler

Lehrerinnen und Lehrer versuchen, bei der Unterrichtsplanung und -durchführung die Lernvoraussetzungen und die Diversität der Schülerinnen und Schüler zu berücksichtigen; insofern ist eine inklusionsorientierte Didaktik nichts grundsätzlich Neues.

Ziel ist, bei der Auswahl und Aufbereitung der Unterrichtsinhalte die Balance zwischen der Orientierung an den fachlichen Anforderungen und der Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler zu wahren.

Hinzu kommt die Beachtung der Entwicklungsbereiche, die kommunikative, emotionale, soziale, sensomotorische und kognitive Aspekte beinhalten.

Die Berücksichtigung individueller Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler erfährt jedoch in der Durchführung des Unterrichts ihre Grenzen, da die pädagogischen und didaktischen Ressourcen der Lehrperson wie Aufmerksamkeit, Unterstützung und Zuwendung begrenzt sind. "Individualisierung lässt sich zwar beliebig differenziert denken, aber nicht beliebig differenziert gestalten. Jeder Unterricht in jeder Lerngruppe muss das Spannungsfeld zwischen Individualisierung und Gemeinsamkeit immer neu ausloten und dabei Kompromisse machen." (Kahlert 2014, S. 125)

 

Arbeit im Team

Jede Lehrperson hat persönliche Interessen, verfügt über individuelles fachwissenschaftliches und fachdidaktisches Wissen und setzt in ihrem Unterricht individuelle Schwerpunkte. Unterrichtsplanung und -durchführung sind daher durch die Individualität der Lehrpersonen geprägt.

Auch jede Klassenzusammensetzung hat ihre besonderen Herausforderungen, die in ihren Kombinationen so vielfältig sind wie die Kinder selbst.

Unterrichtsplanung ist daher nicht unmittelbar von einer Lerngruppe auf die andere übertragbar. Dennoch ergeben sich durch die gemeinsame Planung im Team Chancen hinsichtlich der Vielzahl an Erfahrungen, Ideen, Methoden sowie hinsichtlich des vielfältig vorhandenen Fachwissens. Dies kann für die Erstellung inklusionsdidaktischer Netze von besonderem Nutzen sein.